RKI meldet nächsten Rekord! Inzidenz schießt auf 772, 135.461 neue Fälle

Das RKI hat am Samstag erneut einen Höchstwert an Corona-Neuinfektionen gemeldet. Gleichzeitig ist in Deutschland fast die Hälfte der Bevölkerung mittlerweile geboostert und der Bund will beim Corona-Gipfel am Montag keine härteren Regeln beschließen. Alle Neuigkeiten zur Corona-Pandemie finden Sie hier im News-Ticker.

News zu Corona vom 22. Januar 2022

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Lauterbach warnt vor Gipfel vor Lockerungen

07.56 Uhr: Vor neuen Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Lage hat sich Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach dafür ausgesprochen, die bestehenden Maßnahmen derzeit beizubehalten. Der SPD-Politiker wandte sich in der "Rheinischen Post" gegen Verschärfungen – zugleich warnte er: "Aber eine Lockerung wäre fatal. Wir würden Öl ins Feuer gießen und die Welle beschleunigen." Angesichts der rasant steigenden Infektionszahlen schlägt Lauterbach eine Priorisierung der besonders genauen PCR-Tests und eine Konzentration der Kontaktnachverfolgung auf bestimmte Berufsgruppen vor. Kay Nietfeld/dpa Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD): Chaos und Corona.

So will der Minister, dass in vielen Fällen künftig auf einen positiven Schnelltest kein PCR-Test folgt. "Mein Vorschlag für die Ministerpräsidentenkonferenz sieht vor, dass künftig nur noch Beschäftigte der kritischen Infrastruktur einen positiven Schnelltest mit einem PCR-Test bestätigen lassen können", sagte er. Alle anderen, die beispielsweise zu Hause einen positiven Schnelltest hatten, sollten diesen im Testzentrum nur noch mit einem "professionellen Antigen-Schnelltest" bestätigen lassen.

Lauterbach hatte bereits angekündigt, an diesem Wochenende einen Vorschlag für eine Priorisierung bei den knappen PCR-Tests vorzulegen. Ein Verordnungsentwurf mit Stand Dienstagnachmittag sah "eine vorrangige Befundung von Probenmaterial von Beschäftigten mit Kontakt zu besonders vulnerablen Personengruppen" vor.

Der Minister argumentierte in der "Rheinischen Post", die Wahrscheinlichkeit, dass der PCR-Test ein anderes Ergebnis anzeige als ein professioneller Antigen-Test, sei "sehr gering bei der hohen Prävalenz der Omikron-Variante". Auch das Schnelltest-Ergebnis gehe an das Gesundheitsamt. "Der PCR-Test ist nicht mehr Voraussetzung für die Meldung beim RKI. So sparen wir wichtige PCR-Kapazitäten für den Höhepunkt der Welle."

RKI meldet nächsten Rekord! Inzidenz schießt auf 772, 135.461 neue Fälle

7.08 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) hat einen deutlichen Anstieg der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz gemeldet und damit erneut einen Höchstwert. Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Samstagmorgen mit 772,7 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 706,3 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 497,1 (Vormonat: 289,0). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 135.461 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.01 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche waren es 78.022 Ansteckungen.

Experten rechnen mit immer mehr Fällen, die nicht erfasst werden können, unter anderem, weil Testkapazitäten und Gesundheitsämter zunehmend am Limit sind.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 179 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 235 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 8.596.007 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 3,77 an (Donnerstag: 3,56).

Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Samstag mit 7.206.100 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 116.664.

Irland hebt fast alle Corona-Regeln auf

20.45 Uhr: Irland hebt fast alle Corona-Regeln auf. Von diesem Samstag an dürfen Pubs, Restaurants und Discos wieder öffnen, ohne Impfnachweise zu verlangen oder Abstandsregeln zu beachten, wie Regierungschef Micheal Martin am Freitagabend in Dublin sagte. Teilnehmerbeschränkungen für Veranstaltungen fallen ebenso weg wie Vorschriften für private Treffen. Vom kommenden Montag an endet zudem die Pflicht zum Homeoffice. Für internationale Reisen gelten allerdings noch immer die 3G-Regeln, wie Martin sagte. Wer positiv auf das Coronavirus getestet wird, muss sich weiterhin isolieren. Auch die Maskenpflicht bleibt mindestens bis Ende Februar in Kraft.

"Ich habe an vielen dunklen Tagen hier gestanden, aber heute ist ein guter Tag", sagte Martin. Die Regierung werde die persönlichen Freiheiten nicht mehr beschränken, wenn dies nicht nötig sei. Irland habe den "Omikron-Sturm" überstanden, sagte Martin. "Deshalb wird die Mehrheit der öffentlichen Gesundheitsmaßnahmen von 6.00 Uhr morgen früh an aufgehoben." Zuvor hatte die zuständige Gesundheitskommission grünes Licht gegeben. Wenn es keine gesundheitlichen Gründe mehr für Restriktionen gebe, bestehe auch keine politische Notwendigkeit mehr, sagte Vizeregierungschef Leo Varadkar.

Italien bei Inzidenz von über 2000 – Frankreich weiter bei 400.000 neuen Fällen

19.16 Uhr: In Italien ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen weiter leicht gestiegen. Stand Donnerstag registrierten die Behörden in den zurückliegenden sieben Tagen landesweit durchschnittlich 2011 Corona-Infektionen je 100.000 Einwohner, wie das Oberste Gesundheitsinstitut (ISS) am Freitag mitteilte. In der Vorwoche lag die Sieben-Tage-Inzidenz noch bei 1988 Fällen. Damit durchbricht das Land die groteske Schallmauer der 2000er-Inzidenz. Aber: Nach Ansicht der Experten stabilisiert sich der Wert damit etwas. Insgesamt wurden am Freitag etwas mehr 179.000 Neuinfektionen registriert, am Donnerstag waren es knapp 189.000. Auch dieser Wert ist also leicht rückläufig, hat allerdings für sich betrachtet nicht die große Aussagekraft. Andrew Medichini/AP/dpa Menschen auf einer Einkaufsstraße in Rom.

Nicht nur in Italien geht der Zahlen-Reigen weiter, auch in Frankreich spült die Omikron-Flut weiter durch das Land. Am Freitag verzeichnete Frankreich ein Inzidenz von über 3500, ein Wert, den man in den ersten Wellen noch für dystopisch für so ein großes Land gehalten hat. Bei der Inzidenz setzt sich damit der wachsende Trend fort. Mit rund 426.000 Neuinfektionen verzeichnete Deutschlands Nachbar aber zumindest nicht den nächsten Höchstwert, vor einigen Tagen lag diese Zahl schon mal bei über 450.000.

Corona-Gipfel am Montag: Trotz Omikron-Welle will der Bund keine härteren Corona-Regeln

16.33 Uhr: Trotz der immer höheren Zahl von Corona-Neuinfektionen in Deutschland will die Bundesregierung auf dem geplanten Bund-Länder-Gipfel am Montag keine neuen Regelverschärfungen vorschlagen. Das erfuhr Business Insider aus Regierungskreisen.

Stattdessen sollen – nach aktuellem Stand – die jetzigen Vorgaben erstmal weiter gelten. Dazu gehören strenge Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte, flächendeckend 2G für Kultur- und Freizeitbetriebe sowie den Einzelhandel, 2G-Plus in Restaurants und Cafès, geschlossene Diskotheken und Clubs, Freizeitveranstaltungen ohne Zuschauer (u.a. Sport).

Wie die Länder entscheiden, bleibt abzuwarten

Ob die Länder dem Vorschlag des Bundes folgen und es tatsächlich zu keiner Regel-Verschärfung kommt, bleibt aber abzuwarten. Traditionell machen die SPD-geführten Bundesländer sowie die CDU-Länderchefs jeweils eigene Vorschläge für einen möglichen Gipfel-Beschluss.

So sieht Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sogar Spielräume für begrenzte Lockerungen der Regelungen. Dem Münchner Merkur sagte er, dass er beim Bund-Länder-Treffen am Montag unter anderem über bundeseinheitliche Regelungen zu einer möglichen Öffnung der Stadien bei Bundesligaspielen sprechen wolle. Lockerungen sehen hingegen die SPD-geführten Länder kritisch, wie nach Informationen von "Business Insider" im Übrigen auch der Bund.

Scholz' Agenda: Priorisierung der PCR-Tests

Anstatt über neue Regeln zu diskutieren, will die Bundesregierung um Olaf Scholz (SPD) am Montag vor allem eine Priorisierung von PCR-Tests entscheiden, für die kritische Infrastruktur" vermieden werden, so ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Freitag. Zudem wollen Kanzler Scholz und die Ministerpräsidenten eventuell auch über Änderungen bei der Kontaktnachverfolgung der Gesundheitsämter sprechen. Im Gespräch ist, dass die Ämter sich vor allem auf Mitarbeiter im Gesundheitswesen, bei Versorgungseinrichtungen und Sicherheitsbehörden konzentrieren.

Saar-Verwaltungsrichter setzen 2G-Regel im Einzelhandel aus

16.10 Uhr: Das Oberverwaltungsgericht des Saarlandes hat die 2G-Regel im Einzelhandel vorläufig aufgehoben. Es gab einem Eilantrag mehrerer Fachmärkte für Elektronikartikel statt, wie es am Freitag mitteilte. Das bedeute, dass im Saarland bis auf Weiteres die 2G-Regelung im Einzelhandel generell nicht mehr anzuwenden sei.

Krankenstand bei Klinikpersonal steigt rapide an

15.25 Uhr: Der Krankenstand bei Krankenschwestern und Pflegekräften steigt aktuell stark an. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) unter Berufung auf eine Blitzumfrage der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG). Demnach bestätigen fast drei Viertel aller deutschen Kliniken, dass wegen der Omikron-Welle derzeit mehr Personal ausfällt als sonst in diesem Zeitraum.

Besonders trifft es die Pflegekräfte:

  • In mehr als zehn Prozent der Krankenhäuser sind 20 Prozent mehr Ausfälle als sonst im Winter zu beklagen.
  • In mehr als der Hälfte aller Kliniken fallen zwischen 5 und 20 Prozent mehr Angestellte aus

Und das hat direkte Auswirkungen:

  • 51 Prozent der Kliniken gibt an, deshalb seine Normalstationen nicht mehr voll betreiben zu können
  • 45 Prozent der Kliniken erklären, dass sie die Intensivstationen nicht mehr auf Volllast fahren können

DKG-Chef Gerald Gaß fordert angesichts des hohen Krankenstands einen "Bürokratie-Lockdown". Alle unnötigen Dokumentationsarbeiten sollten ausgesetzt werden, so der Mediziner gegenüber der "FAZ". "Die Mitarbeiterinnen gehören ans Krankenbett, zu den Patienten und nicht an die Schreibtische oder in Prüfungen des Medizinischen Dienstes."

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