DieFranzosen können bei der Bekämpfung von Lieferengpässen schon jetzt mit einem beachtlichenPortfolio von Instrumenten aufwarten. Nun legen sie noch einen Zahn zu.Gesundheitsministerin Agnès Buzyn hat eine Roadmap für 2019-2022 präsentiert.Im Mittelpunkt der Maßnahmen: die Apotheker des Landes.
AgnèsBuzyn, französische Ministerin für Solidarität und Gesundheit, hat ausgerechnetdie Räumlichkeiten der französischen Apothekerkammer genutzt, um ihre neue Roadmapzur Bekämpfung von Lieferunterbrechungen bei Arzneimitteln vorzustellen.
Die Roadmap enthält 28 Aktionen, die in vier Achsen unterteilt sind:
- Förderungder Transparenz und der Informationsqualität,
- neuePräventions- und Managementmaßnahmen im gesamten Arzneimittelkreislauf,
- Stärkungder nationalen Koordinierung und der europäischen Zusammenarbeit,
- Schaffungeiner neuen nationalen Governance durch einen Lenkungsausschuss, der im Septemberdieses Jahres eingesetzt werden soll.
DieUmsetzung der Roadmap sollregelmäßig evaluiert und die Ergebnisse in einem Jahresbericht veröffentlichtwerden.
60Prozent mehr Ausfälle als 2018
Nacheiner kürzlich durchgeführten Umfrage des Demoskopie-Instituts BVA im Auftragder Verbraucherorganisation France Assos Santé war in letzter Zeit fast jedervierte Franzose von einem Versorgungsausfall bei Medikamenten oder Impfstoffenbetroffen. Schätzungender Arzneimittelbehörde ANSM zufolge sollen in diesem Jahr schon über 1.200Medikamente oder Impfstoffe gefehlt haben. Das sind 60 Prozent mehr als 2018und 30 Mal so viele wie 2008. Besondersin den letzten Jahren soll sich das Phänomen erheblich verschärft haben. ImKampf gegen die Engpässe haben die Franzosen ein breites Instrumentariumrechtlicher Maßnahmen auf den Weg gebracht. So wurden 2012 und 2016 jeweilsneue Verpflichtungen für die Akteure des Herstellungs-und Vertriebskreislaufseingeführt.
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Alldas reicht aber offenbar nicht, daher nun die Roadmap.
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