Diese Fragen bewegen Deutsche zur Maskenpflicht – was sind deine Erfahrungen?

Sie sind das obligatorische Accessoire 2020: Masken. Ob knallbunt, selbstgenäht oder Einweg, sie fehlen dieses Jahr sicherlich in keinem deutschen Haushalt. Auch sogenannte Face Shields sind mehr und mehr im Kommen. FOCUS Online macht den Check: Was ist erlaubt – und was am komfortabelsten?

Seit dem 27. April gilt in Deutschland bundesweit Maskenpflicht, mindestens im Handel und im Nahverkehr. Gerade zu Beginn waren professionelle OP-Masken Mangelware, viele sind daher kreativ geworden und haben sich – mithilfe der unzähligen Schnittmuster, die inzwischen im Netz kursieren – eigene Behelfsmasken, sogenannte Community Masks, geschneidert.

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Während viele im Alltag nur selten auf den Mundschutz zurückgreifen müssen, weil sie zum Beispiel von zuhause aus arbeiten oder auf das eigene Auto als Transportmittel zurückgreifen können, müssen andere ganze Tage unter der Maske verbringen. Das kann eine große Herausforderung sein – körperlich und seelisch.

FOCUS Online möchte deshalb wissen: Wie geht es Ihnen mit der Maskenpflicht? Haben Sie Präferenzen – finden Sie beispielsweise Stoffmasken weniger angenehm als Einwegmasken? Oder leben Sie gar in einem Bundesland, in dem Sie Face Shields benutzen dürfen?

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In sozialen Medien sind die verschiedenen Gesichtsbedeckungen längt Gesprächsthema. Manche beschweren sich über Hautausschläge, andere freuen sich hingegen über bedeckte Augenringe. Beinahe allen ist gemein: Sie besitzen eine individuelle Community Mask.

Die schmücken deshalb derzeit auch zahlreiche Profilbilder auf Instagram, Facebook oder Twitter. Sie scheinen das Modeaccessoire 2020 zu werden: Ob Blümchen, Eulen, Herzen oder Fantasiemuster, in beinahe jedem Haushalt gibt es sie inzwischen. Manche beschweren sich jedoch, dass ihnen das Atmen unter den selbstgenähten Masken schwerfällt, befürchten gar, dass ihnen gesundheitlicher Schaden durch die Masken drohen könnten.

Kann ich durch das Wieder-Einatmen der ausgestoßenen Luft Schäden davontragen?

Tatsächlich gibt es zwischen Maske und Mund einen geringen Hohlraum, den sogenannten Totraum, erklärt Lungenarzt Dominic Dellweg von der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin im Gespräch mit FOCUS Online. Maskenträger atmen dadurch einen Teil der ausgeatmeten Luft wieder ein.

„Der ist aber so klein, dass er zu vernachlässigen ist“, sagt Dellweg. Es bestehe keine Gefahr, zu viel CO2 einzuatmen.

Problematisch könne es aber für Menschen mit Vorerkrankungen und Kleinkinder werden – aber nicht wegen des wieder eingeatmeten CO2s, sondern wegen der angestrengten Atemmuskulatur, der es zu viel werden könnte. „Dann droht Minderatmung und der CO2-Gehalt im Blut steigt an“, erklärt Dellweg. Bei Kleinkindern sei zudem ist das Verhältnis von Lungenvolumen zu Totraum hinter der Maske ungünstiger, „ein Grund, warum die Maskenpflicht erst ab dem 6. Lebensjahr besteht“.

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  • Sind Einmal-Masken angenehmer als Stoffmasken?

    Selbstgenähte Mundschutze bestehen in der Regel aus dickerem Stoff als Einweg-Masken. Viele Träger vermuten deshalb, darunter schlechter Luft zu bekommen. Community Masken sind allerdings nicht so dicht wie OP-Masken und haben häufig auch einen geringeren Atemwegswiderstand, was das Atmen prinzipiell sogar leichter machen sollte. Auch das Risiko, ausgeatmetes CO2 wieder einzuatmen, ist dadurch noch geringer als bei OP-Masken, erklärt Pneumologe Dellweg.

    Er merkt jedoch an: OP-Masken haben spezielle Vliese mit geladenen Oberflächen. Das sind sogenannte elektrostatische Kräfte. Die erhöhen die Filterleistung dieser Membranen, ohne dabei den Widerstand zu erhöhen.

    „Daher haben OP-Masken eine gute Filterleistung und einen relativ geringen Atemwiderstand. Diese elektrostatischen Kräfte verlieren sich aber, wenn Feuchtigkeit ins Spiel kommt – beispielsweise nach langem Tragen. Denn unsere Atemluft enthält sehr viel Feuchtigkeit.“ Auch beim Waschen brechen die elektrostatischen Kräfte in sich zusammen – daher könne man sich diese Kräfte bei Community Masken nicht zu Nutze machen.

    Darf ich statt einer Gesichtsmaske ein Plastik-Visier tragen?

    Wer gerne statt Mundschutz ein Plastik-Visier tragen möchte, darf das nicht überall in Deutschland. Das Robert-Koch-Institut (RKI) weist daraufhin, dass die sogenannten Face Shields nicht den Vorgaben des Bundesamts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) entsprechen.

    Dieses erklärt, dass eine angemessene Mund-Nasen-Bedeckung (MNB) über Mund, Nase und Wangen platziert sein und möglichst eng anliegen soll. So soll verhindert werden, dass Luft an den Seiten vorbeiströmt. Das könnten Visiere nicht leisten – sie könnten „maximal die direkt auf der Scheibe auftretenden Tröpfchen auffangen“.

    Das RKI erklärt deshalb: „Die Verwendung von Visieren kann daher nach unserem Dafürhalten nicht als gleichwertige Alternative zur MNB angesehen werden.“ 

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    Visier statt Maske: In diesen Bundesländern ist es erlaubt

    Die meisten Bundesländer orientieren sich an den Empfehlungen von RKI und BfArM. Wenige gestatten jedoch das Tragen von Visieren anstelle von Masken. Erlaubt ist es beispielsweise in Hessen. So ergänzte etwa das dortige Sozialministerium, dass statt einer Maske im klassischen Sinne auch ein Gesichtsvisier zulässig sei.

    Ähnliches gilt in Rheinland-Pfalz und Hamburg. Eine Sprecherin des Hamburger Gesundheitsamts erläuterte auf Nachfrage der „Hamburger Morgenpost“: „Als Mund-Nasen-Bedeckung zählt jede Bedeckung von Mund und Nase, die aufgrund ihrer Beschaffenheit – unabhängig von einer Kennzeichnung oder zertifizierten Schutzkategorie – geeignet ist, eine Ausbreitung von übertragungsfähigen Tröpfchenpartikeln oder Aerosolen durch Husten, Niesen oder Aussprache zu verringern.“ Diese Anforderungen würden die Visiere ebenso erfüllen.

    In Schleswig-Holstein gibt es zudem eine Sonderregelung: Im öffentlichen Nahverkehr genügt dort ein Visier, in allen restlichen Bereichen muss zusätzlich eine Stoffmaske getragen werden.

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