Anfang Januar machte eine angebliche Kombi-Variante aus Omikron und Delta auf Zypern Schlagzeilen. Damals stellte sie sich als Laborfehler heraus. Die britischen Behörden beobachten jetzt aber wohl eine neue Variante, die tatsächlich Anteile von Omikron und Delta enthalten soll.
Zyprische Forscher hatten Anfang Januar gemeldet eine angebliche Kombi-Variante aus Omikron und Delta entdeckt zu haben. Manche Experten hielten das allein aufgrund der kurzen Zeit, die das Original-Omikron bis dato erst kursierte, für unwahrscheinlich. Und tatsächlich stellte sich die angeblich neue Variante kurz darauf als Irrtum heraus: Die vermeintliche „Deltakron“-Mutation war ein Laborfehler, hieß es.
In Großbritannien wollen Wissenschaftler jetzt tatsächlich eine Mutation des Coronavirus gefunden haben, die Eigenschaften von Omikron und Delta in sich vereint.
Britische Behörden beobachten neue Covid-Kombi-Variante
Die britische Health Security Agency (UKHSA) listet unter den Varianten, die sie aktuell beobachtet auch die „Delta x Omicron Recombinant (UK)“. Mehr teilte die UKHSA bisher nicht mit.
Britischen Medien nach sei man wegen der Kombi-Variante bisher aber nicht sonderlich beunruhigt. Von der neuen Variante sollte keine so große Bedrohung ausgehen, da die Immunitätslevel gegen Delta und Omikron in der Bevölkerung jeweils sehr hoch seien, zitiert die „DailyMail“ den Professor für Medizin der University of East Anglia, Paul Hunter. Er sei im Moment „nicht übermäßig besorgt“.
Wie viele Fälle der neuen „Deltakron“-Variante die britischen Behörden bisher gezählt haben, ist den Berichten nach unklar. Man gehe allerdings davon aus, dass die Mutante in einer Person entstanden sei, die zeitgleich sowohl mit Omikron als auch mit Delta infiziert war, wie der „Mirror“ schreibt.
Experten gehen von weiteren Covid-Mutationen aus
Dass sich generell immer wieder neue Mutationen des Coronavirus bilden, haben Experten prognostiziert. Warum das passiert, erklärte Virologe Friedemann Weber bereits beim Auftauchen der Alpha-Variante im Gespräch mit FOCUS Online: „Das kommt durch Fehler beim Kopieren des Genoms zustande, wenn sie sich vermehren. Dadurch wird in den neuen Viren quasi ein falscher Baustein eingebaut.“
Coronaviren hätten dafür zwar einen Reparaturmechanismus, der diese falschen Bausteine mit einer hohen Wahrscheinlichkeit bemerke und rauskicke – entsprechend gering ist die Zahl der Mutationen bei Sars-CoV-2 beispielsweise verglichen mit dem Grippe-Virus Influenza. Es gilt als viel mutationsfreudiger als Corona.
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Aber auch der Mechanismus im Pandemie-Virus sei nicht perfekt, so Virologe Weber. Je nachdem, wo in der kopierten Gensequenz der Fehler passiere, habe das entweder keine Auswirkungen auf die Verbreitung des Virus oder positive oder negative Folgen. „Die Mutationen, die dafür sorgen, dass sich das Virus besser verbreiten kann, sind die, die sich gemäß des Survival-of-the-fittest-Prinzips dann durchsetzen und andere Varianten verdrängen.“ Ob das Virus seinen Wirt – in diesem Fall den Menschen – dadurch kränker mache oder nicht, sei für das Virus dabei unerheblich, führte der Direktor des Instituts für Virologie der Universität Gießen aus.
Viele Fragen zu „Deltakron“ noch offen
Inwiefern sich die jetzt in Großbritannien offenbar nachgewiesene Mutation verbreiten wird oder sich in ihren Eigenschaften von Omikron und Delta unterscheidet, müssen Wissenschaftler klären.
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Dass wir im Falle einer relevanten Mutation in puncto Immunität aber – egal ob das nun eine Kombi-Variante aus den beiden bisher dominanten Typen ist oder eine andere Weiterentwicklung des Erregers – grundsätzlich noch einmal ganz von vorne beginnen müssen, gilt als unwahrscheinlich.
Infektiologe Christoph Spinner betonte im Gespräch mit FOCUS Online zuletzt zwar ebenfalls, dass es gerade bei so hohen Infektionszahlen wie derzeit immer wieder neue Varianten geben werde. Insgesamt sei es aber so, dass wenn in der Bevölkerung schon viele Menschen Kontakt mit dem Virus hatten – sei es durch die Impfung oder weil sie genesen sind – das Risiko einer Mutation sinke, die vollkommen neu ist und die Immunantwort komplett aushebelt.
„Es gibt dann immer so etwas wie eine partielle Immunität und die reduziert wiederum die Krankheitsschwere. Also die Wahrscheinlichkeit, dass wir jetzt zurück auf Null geworfen werden, ist sehr gering“, konstatiert der Oberarzt für Infektiologie am Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität in München.
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