Irgendwie schlecht gelaufen: Impfkommission will Astrazeneca-Empfehlung ändern

Informationen zur Coronavirus-Impfung vom 27. Februar 2021

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Ständige Impfkommission will Empfehlung zu Astrazeneca-Impfstoff ändern

07.49 Uhr: Die Ständige Impfkommission (Stiko) will ihre Empfehlung zum Impstoff des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca rasch ändern. Es werde "sehr bald zu einer neuen, aktualisierten Empfehlung kommen", sagte Stiko-Chef Thomas Mertens am Freitagabend im ZDF-"heute journal". Bisher empfiehlt die Stiko den Einsatz des Astrazeneca-Vakzins nur bei Menschen unter 65 Jahren. Dies hatte in Deutschland zu Akzeptanzproblemen für das Mittel geführt.

"Das Ganze ist irgendwie schlecht gelaufen", sagte Mertens dazu. Jedoch hätten zu dem Zeitpunkt der Empfehlung keine ausreichenden Daten zur Wirksamkeit des Impfstoffs bei älteren Menschen vorgelegen. "Wir haben nie den Impfstoff kritisiert. Wir haben nur kritisiert, dass die Datenlage für die Altersgruppe über 65 nicht gut oder nicht ausreichend war", betonte der Stiko-Chef. Ansonsten sei der Impfstoff "sehr gut" und werde "jetzt durch hinzukommende neue Daten noch besser in der Einschätzung".

Mertens schloss nicht aus, die Abstände zwischen den zwei notwendigen Corona-Impfungen zu verlängern: "Ich halte das für möglich gerade bei dem Astrazeneca-Impfstoff, dass man sich da noch für etwas längere Intervalle entscheiden kann."

Nach einem schleppenden Start beschleunigt sich das Impftempo in Deutschland derzeit. Es gibt bei manchen Bürgern aber anhaltende Skepsis insbesondere gegen den Corona-Impfstoff von Astrazeneca, aber auch generell gegen Impfungen. dpa Thomas Mertens ist Arzt, Virologe und Chef der Ständigen Impfkommission (STIKO) beim Robert-Koch-Institut.

Ecuadors Gesundheitsminister wegen verfrühter Impfungen zurückgetreten

22.26 Uhr: Vor dem Hintergrund eines Impf-Skandals in Ecuador ist der Gesundheitsminister des südamerikanischen Landes zurückgetreten. Juan Carlos Zevallos zog am Freitag die Konsequenzen, nachdem er eingeräumt hatte, dass seine 87-jährige Mutter und "mehrere" weitere Menschen in seinem Umfeld Corona-Impfstoffdosen erhalten hatten, die eigentlich für Mitarbeiter im Gesundheitswesen reserviert waren. dpa/Sina Schuldt/dpa/Symbolbild Ein Mitarbeiter eines Impfzentrums hält eine Spritze in der Hand.

Präsident Lenín Moreno dankte Zevallos im Online-Dienst Twitter für seine Arbeit während der Corona-Pandemie. Damit habe der Minister "hunderttausende Leben gerettet". Moreno betonte zudem, keiner seiner Angehörigen habe bisher eine Corona-Impfung erhalten.

Zevallos hatte das Gesundheitsministerium für elf Monate inne. Wegen der Impfstoff-Affäre wird nun gegen ihn ermittelt. Seine Entscheidung zum Rücktritt sei "angesichts der aktuellen politischen Situation" gefallen, außerdem wolle er eine reibungslose Fortsetzung der Impfkampagne ermöglichen, hieß es in seiner Rücktrittserklärung. Auch in Ecuadors Nachbarland Peru hatte es zuletzt Minister-Rücktritte wegen eines Impf-Skandals gegeben. In beiden Ländern hatten sich unter anderem Politiker, Wissenschaftler, Journalisten und prominente Sportler vorzeitigen Zugang zum Corona-Vakzin verschafft.

88-Jähriger mit 191 km/h unterwegs – angeblich wegen Corona-Impftermin

16.57 Uhr: Geblitzt statt geimpft: Ein 88-jähriger Elsässer ist mit 191 Stundenkilometern in eine Radarfalle gerast, wie die französische Polizei am Freitag mitteilte. Als die Beamten ihn nahe dem Ort Bischoffsheim anhielten, begründete der Mann die massive Geschwindigkeitsübertretung mit einem Corona-Impftermin, zu dem er sonst zu spät kommen würde. Auf der Strecke waren maximal 110 Stundenkilometer erlaubt. dpa/Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/ZB/Symbolbild Auf einem Polizeifahrzeug leuchtet das Blaulicht.

Durch die Raserei verlor der Senior seinen Führerschein. Auch sein Auto wurde vorerst stillgelegt, sodass er seine Corona-Impfung nun zu einem späteren Termin nachholen muss.

Biontech-Gründerpaar bekommt Bundesverdienstkreuz

14.15 Uhr: Die Gründer des Biotech-Unternehmens und Impfstoffherstellers Biontech, Özlem Türeci und Ugur Sahin, bekommen das Bundesverdienstkreuz. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier werde dem Ehepaar am 19. März im Schloss Bellevue das Große Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland überreichen, teilte das Bundespräsidialamt am Freitag mit. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nehme an der Zeremonie teil.

Türeci und Sahin "verbinden medizinische Grundlagenforschung mit deren Übersetzung in eine praktische Nutzung", erklärte das Präsidialamt. "Dank ihrer weltweit anerkannten Kompetenz im Bereich der mRNA-Technologien und ihres unermüdlichen Einsatzes gelang ihnen innerhalb kürzester Zeit die Entwicklung und Zulassung eines Impfstoffes gegen Covid-19. Sie haben damit einen entscheidenden Beitrag zur Eindämmung der Corona-Pandemie geleistet."

60.000 Euro Strafe: Spanische Region will Impfpflicht einführen

12.15 Uhr: Die spanische Regierung hat sich, wie in Deutschland, gegen eine Impfpflicht ausgesprochen. In der Region Galicien in Spanien, mit etwa 2,7 Millionen Einwohnern, hat man aber andere Pläne: Das Parlament will Impfverweigerern hohe Strafen auferlegen, wie Regionalpräsident Alberto Nuñez Feijóo auf einer Pressekonferenz mitteilte. Bei einem „geringfügigen Vergehen“ müssten Menschen eine Strafe von 1000 bis 3000 Euro bezahlen. In besonders schweren Fällen, in denen „ein Risiko oder ernsthafter Schaden für die Gesundheit der Bevölkerung“ besteht, können bis zu 60.000 Euro fällig werden. Eine Einordnung, wann der Verstoß als besonders schwer angesehen wird, wurde jedoch nicht geklärt.

Hintergrund für diese Regelung ist eine Reform des Gesundheitsschutzgesetzes, der das Parlament bereits zugestimmt hat, wie die spanische Zeitung "El País" schreibt.

„Keinen Sinn“ ergebe das Gesetz und es verletze Grundrechte, sagt die Opposition, wie "El País" berichtet. Jedoch hat die Regierungspartei PP die Mehrheit im Parlament. Die Entscheidung könnte wohl dem spanischen Verfassungsgericht überlassen werden. Zudem ist nicht klar, ob das Gesetz mit europäischen Recht vereinbar ist.

Corona-Impfungen in Arztpraxen sollen spätestens im Mai starten

10.34 Uhr: Spätestens ab Mai soll auch in den Arztpraxen der Biontech-Impfstoff gegen das Coronavirus geimpft werden. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) erwartet "einen Impfstart für die Praxen in den nächsten sechs bis acht Wochen", wie ein KBV-Sprecher der "Rheinischen Post" vom Freitag sagte. Nach Angaben des Apothekerverbands Nordrhein stehen allein in Nordrhein-Westfalen 4000 Apotheken bereit, die niedergelassenen Ärzte ab Mai mit Impfstoff zu versorgen.

Der Chef des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, rechnet in zwei Monaten aufgrund der "Schwemme an Impfstoffen" mit einer Überforderung der Impfzentren. "Wir werden in zwei Monaten sehr viel mehr Impfstoff in Deutschland haben, als die bisherigen Impfzentren verimpfen können", sagte er am Freitag im Interview mit den Fernsehsendern RTL und ntv. dpa/Guido Kirchner/dpa Frank Ulrich Montgomery beim Deutschen Ärztetag 2019.

Er dringt daher auf Konzepte, wie etwa der Impfstoff zu den Hausarztpraxen transportiert werden kann. "Das alles muss jetzt geplant werden und ich sehe schon jetzt mit Grausen, wie wir dann wieder von einer Ad-Hoc-Lösung in die nächste Ad-Hoc stolpern, weil es keinen präzisen Plan gibt", sagte Montgomery.

US-Behörde lockert Vorgaben: Biontech-Impfstoff muss nicht mehr dauerhaft bei minus 80 Grad lagern

08.46 Uhr: Die US-Arzneimittelaufsichtsbehörde FDA hat ihre Vorschriften zur Lagerung des Corona-Impfstoffs von Biontech/Pfizer gelockert. Das Vakzin muss nun nicht mehr bei ultraniedrigen Temperaturen von bis zu minus 80 Grad aufbewahrt werden, wie die FDA am Donnerstag mitteilte. Der Impfstoff darf nun in den USA bis zu zwei Wochen lang in den üblichen pharmazeutischen Gefrierschränken mit Temperaturen von bis zu minus 20 Grad gelagert werden. 

Die FDA will mit der Lockerung der Vorschriften die Arbeit der Impfzentren sowie die Versorgung mit Impfdosen erleichtern. Die Impfzentren müssten nun nicht mehr spezielle Gefrierschränke mit ultraniedrigen Temperaturen anschaffen, erklärte der FDA-Experte Peter Marks. 

Pfizer hatte bei der FDA eine Lockerung der Regulierung für die Impfstofflagerung beantragt. Der US-Konzern legte Daten vor, wonach das Vakzin auch bei geringeren Minustemperaturen von minus 25 bis minus 15 Grad in seiner Wirksamkeit stabil bleibt. Diese Temperaturen könnten von den gängigen pharmazeutischen Gefrier- und Kühlschränken aufrechterhalten werden, argumentieren Biontech und Pfizer. 

In Deutschland ist allerdings weiterhin die Lagerung des Biontech/Pfizer-Impfstoffs in Ultra-Tiefkühlschränken bei Temperaturen zwischen minus 80 und minus 60 Grad vorgeschrieben.

EU will Corona-Impfpass bis zum Sommer einführen

Freitag, 26. Februar, 07.23 Uhr: Mehr Tempo bei den Corona-Impfungen, ein europäischer Impfpass bis zum Sommer: Die 27 EU-Staaten haben erneut ihre Linie im Kampf gegen die Pandemie abgestimmt. An diesem Freitag setzen Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihre EU-Kollegen ihren Videogipfel nun mit einer verteidigungspolitischen Grundsatzdebatte fort. Ziel ist, Europa in Krisen eigenständiger handlungsfähig zu machen.

Am ersten Gipfeltag hatten die Staats- und Regierungschefs am Donnerstag rund fünf Stunden über den Kampf gegen Corona beraten. Dabei ging es um fünf Punkte vom Impfen bis zu Reisebeschränkungen, wie EU-Ratschef Charles Michel anschließend sagte. Für Verbraucher am interessantesten: Die Pläne für einen EU-Impfpass sollen vorankommen. In drei Monaten sollen zumindest die technischen Voraussetzungen stehen, also noch vor dem Sommer.

Die politisch umstrittene Frage, ob dieser Nachweis Corona-Geimpften Vorteile etwa beim Reisen eröffnen soll, blieb aber offen. Urlaubsländer wie Österreich, Griechenland oder Bulgarien wollen dies. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte jedoch, es sei nicht so, dass künftig nur reisen dürfe, wer einen Impfpass habe. "Darüber sind überhaupt noch keine politischen Entscheidungen getroffen."

"Lösegeldforderung" – Regierungsvertreter kritisiert Verhandlungen mit Pfizer

16.04 Uhr: Der amerikanische Impfstoffhersteller Pfizer soll in Lateinamerika zahlreiche Regierungen bei Verhandlungen unter Druck setzen. Das berichtet der "Standard" und beruft sich dabei auf Recherchen der Plattform "Bureau of Investigative Journalism".

Demnach wolle das Unternehmen von möglichen Schadensersatzansprüchen befreit werden. Ein Vertreter eines lateinamerikanischen Staates bezeichnete die Verhandlungen über die Lieferung von Impfstoffen als "hochgradiges Drangsalieren" und "Lösegeldforderung".

In Brasilien und Argentinien soll das Unternehmen als Absicherung für mögliche Klagen Vermögenswerte wie Botschaftsgebäude gefordert haben. In einem Fall hätten die Streitigkeiten zu einer Lieferverzögerung von drei Monaten geführt.

Brasilien hatte am Dienstag dem Impfstoff von Pfizer/ Biontech als erstem Vakzin die vollständige Zulassung erteilt. Brasilien hat jedoch ebenso wie Argentinien noch keinen Liefervertrag mit den Unternehmen abgeschlossen.

 

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