Omikron-Infektion schon durchgemacht? So schnell können Sie sich wieder anstecken

Eine Impfung schützt zwar vor einem schweren Corona-Verlauf, aber nicht vor einer Infektion. Ungeimpfte sind vor Omikron noch weniger geschützt – und können sich schnell reinfizieren.

Mit mehr als 3,5 Millionen aktiven Fällen beschert uns Omikron die höchsten Infektionszahlen der Pandemie. Denn nicht nur Ungeimpfte infizieren sich mit der hochinfektiösen Variante, die zuerst in Südafrika nachgewiesen worden ist. Omikron trifft auch Geimpfte und Genesene.

Virologe Christian Drosten geht davon aus, dass basierend auf einer Schätzung aus England auch bei uns knapp zehn Prozent aller Infektionen bereits Zweit- und Drittinfektionen seien, wie er jüngst im NDR-Podcast sagte. Darin stellt er auch klar, dass eine durchgemachte Omikron-Infektion nicht vor einer Reinfektion schützt. Gerade Ungeimpfte hätten nach der ersten Infektion noch keine belastbare Immunität und daher auch bei einer weiteren Infektion ein hohes Krankheitsrisiko.

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Wovon der Schutz vor Reinfektionen bei Genesenen abhängt

Wie lange hat man also nach einer Infektion überhaupt einen Schutz vor Reinfektion? Das weiß bisher noch niemand so genau. Fest steht bisher nur, dass Grad und Dauer des Schutzes nach einer Infektion individuell stark schwanken und drei Faktoren besonders relevant sind:

  • Alter
  • Schwere der Erkrankung sowie
  • die jeweiligen Variante, mit der man sich infiziert hat.

So schreibt es auch das Robert-Koch-Institut (RKI) auf seinen Seiten.

Wegen Omikron hat das RKI den Genesenenstatus erst im Januar für Ungeimpfte, die eine Infektion durchgemacht haben, von sechs auf drei Monate reduziert. Begründung: Wer mit Delta infiziert war, hat gegenüber Omikron nur noch einen „herabgesetzten und zeitlich noch stärker begrenzten Schutz“. Nach drei Monaten sei dieser laut RKI nicht mehr ausreichend und Reinfektionen jederzeit möglich. Laut der britischen Siren-Studie hätten Genesene lediglich eine Schutzwirkung von 40 Prozent gegenüber einer Reinfektion mit Omikron.

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  • Milde Erkrankung schützt für die Zukunft kaum

    Ungeimpfte, die mit Omikron erstmals eine Infektion durchgemacht haben, sind wohl auch vor Reinfektionen mit anderen Varianten nicht geschützt. Das zeigen die Ergebnisse einer US-Studie der University of California. Das trifft vor allem auf Menschen mit einem milden Verlauf zu. Denn durch einen leichten bis mittleren Verlauf erzeugt das Immunsystem weniger Antikörper als bei einem schweren Verlauf.

    Das bestätigt der Virologe Friedemann Weber gegenüber FOCUS Online: „Wir nehmen an, dass bei einer Infektion die Stärke der Immunantwort mit der Stärke der Symptome korreliert“, erklärt er. „Die Omikron-Infektion verläuft ja in vielen Fällen milder als bei Delta.“

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    Damit könnte es also bei Omikron generell häufiger zu Reinfektionen kommen. Da es auch im Zusammenhang mit anderen Varianten schon dokumentierte Fälle davon gab, geht Weber davon aus, dass man sich auch ein zweites Mal mit Omikron anstecken kann und das vermutlich nach relativ kurzer Zeit schon. Diese Erkenntnisse widerlegten, dass eine Durchseuchung der Bevölkerung eine Herdenimmunität erzeugen könne, wie manche sich erhoffen.

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