Kommt bald der Booster-Booster gegen Corona? Das sagen Experten

Israel ist dieser Tage im Kampf gegen die Pandemie einen Schritt voraus, mal wieder. Der Neun-Millionen-Einwohner-Staat war nicht nur das erste Land, das bereits Ende 2020 eine breite Impfkampagne gegen das Coronavirus startete. Seit kurzem werden in Israel auch vierte Impfdosen gegen das Coronavirus verabreicht – quasi ein Booster nach dem Booster. Mehr als 610.000 Menschen haben die vierte Dosis bereits erhalten. Unter ihnen sind vor allem über 60-Jährige, Immungeschwächte und medizinisches Personal. Für sie gilt in Israel bereits seit einiger Zeit eine entsprechende Empfehlung.

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Ein israelischer Expertenrat hat diese nun ausgeweitet – auf alle Personen ab 18 Jahren. Das Gesundheitsministerium folgt dem Rat bislang aber nur teilweise. Als nächste Gruppen sollen nun zunächst Erwachsene mit Vorerkrankungen an der Reihe sein; sowie jene, die aufgrund ihres Berufs ein erhöhtes Ansteckungsrisiko haben. Voraussetzung ist, dass die dritte Impfung mindestens vier Monate zurückliegt, teilte das Ministerium am Mittwochabend mit. Neben Israel setzen noch einige wenige andere Staaten auf die vierte Impfdosis. Dänemark zum Beispiel. Oder Ungarn.

In Deutschland wird dagegen bislang nur einfach geboostert – mit Impfdosis Nummer Drei. 52,2 Prozent der Gesamt-Bevölkerung haben die Auffrischimpfung bereits erhalten. Das entspricht etwas mehr als 43.400.000 Impfdosen. Mit Blick Richtung Israel fragen sich aber auch hierzulande viele: Wird schon bald eine vierte Impfdosis nötig?

Vierte Impfdosis: Experten raten derzeit von allgemeiner Empfehlung ab

Deutsche Experten halten das zum aktuellen Zeitpunkt für unwahrscheinlich – zumindest für den Großteil der Bevölkerung mit gesundem Immunsystem. Auch die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die vierte Impfdosis aktuell nicht – wohl aber einen Booster, also eine dritte Impfung. Und das für alle Personen ab zwölf Jahren. 

Das israelische Gesundheitsministerium ist indes vom Nutzen der vierten Impfdosis mit den vorhandenen Impfstoffen überzeugt: Der Schutz vor Infektion soll demnach doppelt so gut sein wie nach der dritten Impfung, teilte das Ministerium diese Woche mit. Der Schutz vor einer schweren Erkrankung sogar drei- bis fünfmal so hoch.

Dennoch wurden auch bereits bei Menschen mit doppeltem Booster Covid-19-Erkrankungen festgestellt, kaum weniger als in einer Kontrollgruppe, die keinen zweifachen Booster erhalten hatte, wie eine israelische Untersuchung zeigte. Ob der Nutzen der vierten Impfung groß genug ist, um eine Empfehlung für die allgemeine Bevölkerung auszusprechen, wird unter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern daher aktuell noch kontrovers diskutiert, auch in Israel.

Bei den Zahlen ist zu beachten: In Israel wird vor allem der Impfstoff von Biontech/Pfizer verwendet. Das Impfschema ist damit homogener als in Deutschland, wo zur Erst- und Zweitimpfung auch andere Impfstoffe zum Einsatz kamen. Die Daten dürften damit nicht eins zu eins übertragbar sein. 

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