Derzeitigen Erkenntnissen einer Phase-III-Studie zufolge schützt eine Impfung mit dem mRNA-basierten COVID-19-Impfstoff von Moderna zu 94 Prozent vor COVID-19. Doch wie lange hält der Impfschutz an?
Dass die derzeit zugelassenen Impfstoffe gegen Corona einen hohen Schutz vor COVID-19 bieten, konnten Studien bereits belegen. Beim COVID-19-Impfstoff Moderna (mRNA1273), einem mRNA-Impfstoff, liegt der COVID-19-Schutz bei 94 Prozent. Weniger klar ist aktuell noch, wie lange die Schutzwirkung nach einer vollständigen Impfserie mit zwei Dosen anhält und ob Auffrischimpfungen erforderlich sind – und wenn ja: wann? Dieser Frage näherten sich nun Wissenschaftler:innen um Nicole Doria-Rose vom US-amerikanischen
National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID) an. Sie untersuchten dafür Blutproben von 33 gesunden erwachsenen Phase-I-Studienteilnehmer:innen 180 Tage nach der zweiten Moderna-Impfdosis (Tag 209).
Eine Impfserie umfasst zwei 100 μg-Dosen, die laut Zulassung im Abstand von 28 Tagen intramuskulär in den Oberarm geimpft werden. Sie veröffentlichten ihre Ergebnisse im „New England Journal of Medicine“ unter „Antibody Persistence through 6 Months after the Second Dose of mRNA-1273 Vaccine for Covid-19“.
Antikörpertiter in allen Altersgruppen hoch
Laut den Wissenschaftler:innen blieb in allen Altersgruppen die Antikörperaktivität sechs Monate nach der zweiten Impfdosis hoch. Die mittleren Titer (GMT) von bindenden Antikörpern gegen die SARS-CoV-2-Spikeprotein-Rezeptorbindungsdomäne lagen bei 18- bis 55-Jährigen bei 92.451, bei 56- bis 70-Jährigen bei 62.424 und bei über 70-Jährigen bei 49.373. Bei nahezu allen Teilnehmer:innen konnten sowohl eine Aktivität in einem Pseudovirusneutralisationstest wie auch in einem Neutralisationstest mit Lebendviren nachgewiesen werden.
Die Wissenschaftler:innen schätzten die Halbwertszeit neutralisierender Antikörper auf 69 Tage und 173 Tage bei den Pseudoviren und 68 Tage und 202 Tage für die Neutralisierung von lebenden Viren. Diese Ergebnisse stimmten mit den bereits veröffentlichten Beobachtungen von rekonvaleszenten Patient:innen mit COVID-19 bis acht Monate nach Symptombeginn überein.
„Obwohl die Antikörpertiter und Assays, die am besten mit der Wirksamkeit des Impfstoffs korrelieren, derzeit nicht bekannt sind, blieben Antikörper, die durch mRNA-1273 ausgelöst wurden, bis zu sechs Monate nach der zweiten Dosis bestehen“, erklären die Wissenschaftler:innen. Die Daten zeigten also eine Persistenz der Antikörper und unterstützen somit den Einsatz dieses Impfstoffs im Kampf gegen die COVID-19-Pandemie.
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