Drosten: Für Großteil ist im Herbst keine Auffrischungsimpfung nötig

News zur Coronavirus-Impfung vom 24. August 2021

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US-Gesundheitsexperte appelliert: Durch Impfungen kann Pandemie verkürzt werden

07.19 Uhr: Für US-Gesundheitsexperte Anthony Fauci hängt ein Ende der Corona-Pandemie in den USA vom Verhalten der Menschen und vor allem von ihrer Impfbereitschaft ab. "Ich möchte (…) an die Menschen im Land appellieren, die nicht geimpft sind, zu erkennen, dass wir in der Lage sind, den Zeitrahmen bis zum Ende dieser Pandemie im Wesentlichen zu verkürzen", sagte der Immunologe am Dienstag bei einer Pressekonferenz. "Lassen Sie sich impfen, und der Zeitrahmen wird dramatisch verkürzt."

Zuvor hatte Fauci im Interview mit dem Sender CNN gesagt, er gehe davon aus, dass die Corona-Pandemie bis Frühjahr 2022 unter Kontrolle gebracht werden könnte – wenn die Menschen sich impfen ließen. "Wir könnten zu einem gewissen Grad an Normalität zurückkehren", so Fauci. Der Winter könnte noch einmal schwierig werden – vor allem wegen der Grippe und anderen Atemwegserkrankungen. Später sagte Fauci, dass man bei Zeitangaben immer vorsichtig sein müsse. Mit Blick auf Impfungen erklärte er, die Pandemie könne sogar "schon vorher" beendet werden.

Thüringens FDP-Vizechef fordert kostenlosen Antikörpertest vor Auffrischungsimpfung

Mittwoch, 25. August, 07.10 Uhr: Die Bundesregierung sollte allen Bürgern nach Ansicht des FDP-Abgeordneten Gerald Ullrich vor einer dritten Corona-Impfung einen Antikörpertest bezahlen. Derzeit werde erwartet, dass sich Menschen zur Auffrischung impfen ließen, ohne zu wissen, ob dies überhaupt nötig sei, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

"Wer noch genug Antikörper gegen das Coronavirus hat, sollte sich nicht pauschal impfen lassen müssen, um den Impfstatus zu behalten." Durch einen kostenlosen Antikörpertest dagegen könne das Vertrauen in die Impfung weiter gestärkt werden. dpa/Arne Immanuel Bänsch/dpa Thüringens FDP-Vizechef Gerald Ullrich spricht im Bundestag.

Das Gesundheitsministerium hatte Ullrich auf eine schriftliche Frage geantwortet, derzeit gebe es keine Pläne für kostenlose Antikörpertests. "Aus Sicht der Bundesregierung ist davon auszugehen, dass die Bereitschaft für eine Auffrischimpfung hoch sein dürfte", hieß es.

Ullrich betonte: "Wenn wir wollen, dass sich so viele Menschen wie möglich gegen Covid-19 impfen lassen, sollte die Bundesregierung nicht nach dem Gießkannenprinzip „viel hilft viel“ vorgehen, sondern differenzieren." Skepsis gegenüber der Auffrischungs-Impfung sei "ein fataler Rückschritt in der Impfkampagne, den wir uns nicht erlauben können".

Frankreich empfiehlt dreifache Impfung für über 65-Jährige

14.31 Uhr: Die französische Gesundheitsbehörde (HAS) hat eine Corona-Auffrischungsimpfung für alle Bürger ab 65 Jahren empfohlen. Auch Menschen mit Vorerkrankungen wie Diabetes oder Fettleibigkeit, die bei einer Infektion ein erhöhtes Risiko haben, schwer zu erkranken, sollten „nach einer Analyse der vorliegenden Daten“ eine dritte Impfdosis erhalten, erklärte die Behörde am Dienstag.

Das Gesundheitsministerium hatte in der vergangenen Woche Auffrischungsimpfungen für alle Bewohner von Altenheimen, alle über 80-Jährigen, die zu Hause leben sowie für Hochrisikopatienten und Menschen mit unterdrücktem Immunsystem angekündigt.

Weil: Kaum Einschränkungen für Geimpfte und Genesene mehr

14.27 Uhr: Für Menschen, die gegen das Coronavirus geimpft oder von einer Covid-19-Erkrankung genesen sind, soll es von Mittwoch an in Niedersachsen einen leichteren Corona-Alltag geben. "Geimpfte und Genesene sind in der Corona-Pandemie künftig im Wesentlichen nicht mehr von Einschränkungen betroffen", sagte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) bei der Vorstellung der neuen Corona-Verordnung am Dienstag in Hannover. Sie tritt am Mittwoch in Kraft.

Für die Ungeimpften werde das Leben hingegen aufwendiger werden, sagte Weil. Die bisher kostenlosen Corona-Bürgertests werde es ab Oktober nicht mehr geben. Für Ungeimpfte und Nicht-Genesen erhöhe sich perspektivisch der finanzielle und logistische Aufwand. Die neue Verordnung sieht die von Bund und Ländern beschlossene Umsetzung der 3G-Regel in Niedersachsen vor.

Mit der neuen Verordnung wolle die Landesregierung einen "Systemwechsel" vornehmen, so Weil. Die Verhältnisse hätten sich verändert, deshalb müsse auch die Grundlage der Verordnung zur Pandemiebekämpfung eine andere sein. "Für die Mehrheit der Bevölkerung besteht kein nennenswertes Risiko mehr und geht auch keines mehr von ihnen aus".

Tschentscher verkündet "2G-Modell" für Hamburg – und appelliert an Ungeimpfte

12.45 Uhr: Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hat am Dienstag Sonderregeln für Geimpfte und Genesene in Form des "2G-Optionsmodells" verkündet. "Geimpfte und Genesene tragen nicht großartig zum Infektionsgeschehen bei", so Tschentscher. Hamburg habe derzeit eine Inzidenz von 79,0, bei den Geimpften allein liege sie bei weniger als 5. Bild: picture alliance/dpa/Georg Wendt Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) stellte das 2G-Optionsmodell für Hamburg am Dienstag vor.

Mit dem neuen Modell könnten deswegen beispielsweise Restaurants oder Konzertveranstalter allein für Geimpfte und Genesene Angebote machen und Ungeimpfte trotz eines negativen Corona-Tests den Zutritt verwehren. Für Geimpfte und Genesene könnte das bedeuten, dass keine Abstandsregeln gelten, sie keine Masken tragen müssen und sich ihre Plätze wieder frei wählen können. Die Veranstalter wiederum könnten dann wieder mehr Gäste auf einmal zulassen und bewirten – sofern sie die Kontrollen übernehmen.

"Dieser Schritt bietet große Chancen", so Tschentscher. "Wir wollen damit auch signalisieren, dass es keinen generellen Lockdown mehr geben wird, selbst wenn die Infektionszahlen steigen." Beschränkungen würden nur noch für Ungeimpfte gelten. Tschentscher appellierte in diesem Zusammenhang noch einmal, sich impfen zu lassen.

Drosten und Ciesek: Impfstatus der Erwachsenen beeinflusst Situation an Schulen

09.37 Uhr: Für die Offenhaltung der Schulen im zweiten Pandemie-Herbst spielen Experten zufolge Erwachsene eine entscheidende Rolle. Vereinzelte Infektionen an den Schulen sind nach Ansicht des Berliner Virologen Christian Drosten hinnehmbar, wenn möglichst alle Eltern und Lehrer geimpft sind. "Ein kontrolliert schwelendes Geschehen muss man akzeptieren, wenn der Schulbetrieb laufen soll. Man wird nicht jegliche Verbreitung an Schulen unterbinden können, aber möglichst eine unkontrollierte Ausbreitung." Auch die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek hält es generell für wichtig, dass sich so viele Erwachsene wie möglich impfen lassen. "Das ist wichtig für den Eigenschutz, aber eben auch, um diejenigen zu schützen, die sich nicht beziehungsweise noch nicht impfen lassen können. Dazu zählen insbesondere auch Kinder."

Spahn: Kein neuer Lockdown für Geimpfte – aber eine Warnung für Ungeimpfte

08.51 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat bekräftigt, dass es keinen weiteren Lockdown für Geimpfte und Genesene mehr geben soll. "Für Geimpfte und Genesene wird es keine weiteren Beschränkungen geben, keine Ausgangssperren, keine Beschränkungen. Das ist die geltende Rechtslage", so Spahn.

Er ließ aber offen, ob es Maßnahmen für Ungeimpfte geben wird – und sprach eine Warnung aus. "Wenn sich jetzt in den nächsten Tagen, in den nächsten drei, vier, fünf Wochen noch viele Bürgerinnen und Bürger impfen lassen, dann haben wir eine gute Chance, keine weiteren Maßnahmen im Herbst und Winter zu brauchen." Wir alle hätte es nun selbst in der Hand, ob sich überhaupt weitere Fragen stellten, so der CDU-Politiker. Henning Kaiser/dpa Jens Spahn (CDU), Bundesminister für Gesundheit.

Patientenschützer beklagen mangelnde Impfbereitschaft in der Altenpflege

06.32 Uhr: Angesichts der vierten Corona-Welle beklagen Patientenschützer einen immer noch lückenhaften Impfschutz bei den Beschäftigten in Pflegeheimen und Pflegediensten: "Die Impfbereitschaft beim Personal in der Altenpflege ist zum Teil nicht so hoch wie sie sein sollte", sagt Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Das betrifft stationäre Einrichtungen, aber auch mobile Pflegedienste." Anders scheine es in der Krankenpflege zu sein, so Brysch. Hier sei die Impfbereitschaft höher. Eine berufsspezifische Impfpflicht ist in den Augen der Patientenschützer jedoch nicht die richtige Antwort auf die Impflücken: "Eine solche Pflicht käme in einem Mangelberuf wie der Altenpflege eher einer Verzweiflungstat nahe und wäre kontraproduktiv", so Brysch.

Weltärztechef Montgomery fordert erstmals Impfpflicht für Deutschland

Dienstag, 24. August, 06.14 Uhr: Erstmals spricht sich Frank Ulrich Montgomery, Chef des Weltärztebundes, im Interview mit Report Mainz für eine Impfpflicht aus. Er erklärte gegenüber dem ARD-Politikmagazin: „Eine Impfpflicht hielte ich für sehr sinnvoll und sehr vernünftig.“

Impfen sei der Schlüssel zur Vermeidung von Lockdowns und von wirtschaftlichen Rückschritten. Insbesondere, wenn „sich Menschen im größeren Maße der Impfung entziehen“, wie es aktuell in Deutschland der Fall ist, sei eine Impfpflicht sinnvoll. dpa/Guido Kirchner/dpa Frank Ulrich Montgomery

Bislang hat die Bundesregierung eine Impfpflicht kategorisch ausgeschlossen, häufig verbunden mit dem Hinweis, eine Impfpflicht sei grundgesetzwidrig. Dem aber widersprechen mehrere Rechtswissenschaftler gegenüber Report Mainz.

Prof. Thomas Fischer, ehemaliger Vorsitzender Richter am Bundesgerichtshof, sagte im Interview: „Die Impfpflicht ist eine verhältnismäßige, erforderliche und auch angemessene Maßnahme.“ Aus seiner Sicht spreche nichts dagegen, „eine solche Impfpflicht einzuführen“. Ausgenommen seien diejenigen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen könnten.

Eine Impfpflicht sei das Mittel der Wahl, wenn sich ein größerer Teil der Bevölkerung der Impfung verweigere, betonte auch Prof. Jörn Ipsen, ehemaliger Präsident des Niedersächsischen Staatsgerichtshofes. Es gebe „einen verfassungsrechtlichen Anspruch auf Gesundheitsschutz“, wie das Bundesverfassungsgericht jüngst geurteilt habe. Die Rechtsgrundlage sei eindeutig im Infektionsschutzgesetz vorhanden. „Es bedarf deshalb keines neuen Gesetzes, sondern nur einer Rechtsverordnung, die der Bundesgesundheitsminister erlassen könnte.“ Erforderlich sei die Zustimmung des Bundesrates.

Die Bundesregierung hatte sich bereits Monate vor der Zulassung des ersten Impfstoffes darauf festgelegt, dass es keine Impfpflicht geben werde. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, CDU, hatte bereits am 18. November 2020 anlässlich einer Bundestagsdebatte erklärt: „Ich gebe Ihnen mein Wort, es wird in dieser Pandemie keine Impfpflicht geben.“

 

 

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