Tourismusbeauftragter: Oster-Urlaub auf Mallorca, aber nicht in Deutschland?

Die Corona-Pandemie hat Deutschland weiterhin fest im Griff. Laut RKI-Chef Wieler befinden wir uns bereits in der dritten Welle. Die Coronahilfen wurden wegen Betrugs eingefroren. Jetzt startet die Auszahlung erneut. Alle wichtigen Corona-News finden Sie hier im News-Ticker von FOCUS Online.

Top-News zu Corona in Deutschland vom 14. März

  • Tourismusbeauftragter pocht auf Oster-Urlaub in Deutschland (07.57 Uhr)
  • Länder melden mehr als 11.000 Neuinfektionen, R-Wert steigt weiter (Samstag, 20.49 Uhr)
  • Zwei Landkreise widersetzen sich Corona-Notbremse (Samstag, 17.43 Uhr)
  • Hier finden Sie die aktuellen Beschlüsse nach der Bund-Länder-Konferenz im Überblick 
  • Der Covid-Rechner: Mit diesem Tool berechnen Sie schnell und einfach Ihr Corona-Ansteckungsrisiko 

News zur Corona-Pandemie im Überblick:

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  • News, Service und Ideen zur Pandemie finden Sie in unserem Überblick

Datenpanne beim RKI: Zahlen verspäten sich am Sonntag

09.30 Uhr: Beim Robert-Koch-Institut gibt es am Sonntagmorgen offenbar Probleme bei der Bereitstellung der aktuellen Corona-Zahlen. Auf der Seite des RKI-Dashboards steht nur ein Hinweis, "dass die Daten noch nicht eingespielt wurden".

Mehr als 10 000 Verfahren wegen Coronavorschriften

08.45 Uhr: In der Corona-Pandemie haben die Verfassungs- und Verwaltungsgerichte in Deutschland im vergangenen Jahr in mehr als 10 000 Verfahren die Verordnungen von Bund, Ländern und Gemeinden überprüft. Das geht aus Zahlen des Deutschen Richterbundes hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. Zuerst hatte der "Spiegel" darüber berichtet. Ein deutlicher Rückgang zeichne sich auch in diesem Jahr nicht ab.

Die Verfahren drehen sich zum Beispiel um Kontaktverbote und Schulschließungen, Testpflichten und Quarantäneauflagen. Aber auch Kinos oder Restaurants wollen vor Gerichten erreichen, dass sie ihre Betriebe wieder öffnen dürfen. Zum größten Teil hätten die Gerichte die jeweiligen Corona-Beschränkungen bislang bestätigt, erklärte der Richterbund. Unter den Bundesländern liegt laut den Zahlen Nordrhein-Westfalen an der Spitze. Die sieben Verwaltungsgerichte und das Oberverwaltungsgericht des Landes haben demnach 2020 rund 2000 Corona-Verfahren erreicht.

Tourismusbeauftragter: Oster-Urlaub auf Mallorca, aber nicht in Deutschland?

Sonntag, 14. März, 07.57 Uhr: Nach der Aufhebung der Reisewarnung für Mallorca und andere Urlaubsgebiete im Ausland fordert der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, auch Urlaub in Deutschland wieder zu ermöglichen. "Für mich wäre es schwer vorstellbar, dass auf Mallorca Urlaub möglich ist, aber im Schwarzwald Hotels noch geschlossen bleiben. Das wäre eine ganz bittere Botschaft", sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. dpa/Peter Steffen/dpa Tui setzt in den bevorstehenden Osterferien auf einen Wiederanlauf des wichtigen Mallorca-Geschäfts.

Seit Mitternacht am Sonntag ist Urlaub auf Mallorca wieder ohne Quarantäne und Testpflicht nach der Rückkehr möglich. Zwei Wochen vor Beginn der Osterferien in den meisten Bundesländern ist die Lieblingsinsel der Deutschen wie auch die anderen Balearen-Inseln (darunter Menorca, Ibiza, Formentera) sowie Teile des spanischen Festlands, Portugals und Dänemarks kein Corona-Risikogebiet mehr. Der größte Reiseveranstalter Tui hat bereits angekündigt, nächstes Wochenende die ersten Hotels auf Mallorca wieder zu öffnen. Die Hotels in Deutschland sind dagegen mindestens noch bis zum 28. März geschlossen. Wie es weitergeht, soll erst am 22. März von Bund und Ländern entschieden werden.

Bareiß begrüßte die Aufhebung der Reisebeschränkungen für die Urlaubsgebiete im Ausland, in denen die Infektionszahlen der letzten sieben Tage pro 100 000 Einwohner unter 50 gefallen sind. "Ich bin froh, dass ein schrittweises Öffnen Europa wieder möglich scheint", sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Wirtschaftsministerium. Mit Mallorca würden viele Reisenden auch wieder den Wunsch und die Sehnsucht auf einen unbeschwerten Urlaub verbinden. "Ich bin überzeugt, dass wir die Möglichkeit des Reisens durch die vermehrte Durchführung von Tests und infolge steigender Impfzahlen noch stärker erweitern können."

Sympathien zeigte Bareiß für die Forderung der Reiseveranstalter, die Quarantänepflicht für Rückkehrer aus dem Ausland ganz aufzuheben und stattdessen auf verstärkte Tests zu setzen. "Das zielt in die richtige Richtung", sagte er. Rückkehrer aus Corona-Risikogebieten müssen derzeit zehn Tage in Quarantäne, von der man sich aber mit einem negativen Test nach fünf Tagen befreien kann.

„Völlig verantwortungslos“: NRW-Ministerium verbietet Kreis, die Schulen zu schließen

21.42 Uhr: Das NRW-Schulministerium hat nach Angaben des Kreises Düren einen Antrag auf Aussetzen der weiteren Schulöffnungen bis zu den Osterferien abgelehnt. „Die Entscheidung ist gefallen. Das Schulministerium hat das abgelehnt“, sagte ein Sprecher des Kreises Düren auf Anfrage der dpa. Die weiterführenden Schulen im Kreis Düren würden nun ab Montag genauso öffnen für die Schüler wie die in anderen Landesteilen von Nordrhein-Westfalen auch. Vom Schulministerium war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

„Wir bedauern das, weil es gute Gründe gibt für den Antrag“, erklärte der Sprecher des Kreises mit Verweis auf viele Corona-Neuinfektionen. Nach den Daten des RKI vom Freitag liegt die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen im Kreis Düren bei 138,3. In der Stadt Düren liege der Wert aktuell bei rund 240. Etwa zwei Drittel der Corona-Neuinfektionen gehen nach Angaben des Kreises Düren hier bereits auf die zuerst in Großbritannien entdeckte Coronavirus-Variante zurück, die als noch ansteckender gilt.    

Dürens Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU) hatte vor wenigen Tagen in einem an die Bürger gerichteten Video deutlich gemacht, dass 14 weitere Tage des Distanzunterrichts an den weiterführenden Schulen helfen könnten in der aktuellen Infektionslage und dabei, Lösungen in den Schulen vor Ort zu finden. Die Ausweitung des Präsenzunterrichts bedeute unter anderem auch mehr Kontakte auf dem Weg zur Schule.

Das Schulministerium habe den Antrag abgelehnt, da es aus seiner Sicht derzeit keine Hinweise darauf gebe, dass Schulen in den betroffenen Kommunen in besonderem Maß für das Infektionsgeschehen verantwortlich seien, teilte der Kreis mit. Schulschließungen oder die Einschränkung des Schulbetriebes kämen erst als letztes Mittel in der Pandemiebekämpfung infrage, habe das Ministerium erklärt. dpa/Michael Kappeler/dpabild Karl Lauterbach, SPD-Gesundheitsexperte, geht mit Maske im Deutschen Bundestag.

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach, der aus Düren stammt, hat die Entscheidung des Schulministeriums scharf kritisiert. „Ohne jede Parteipolitik: das ist völlig verantwortungslos, riskiert Leben, und führt unsere Notbremse bei Inzidenz 100 ins Absurde“, schrieb er am Samstagabend auf Twitter.

In NRW kehren nach der Ankündigung der Landesregierung ab Montag viele weitere Schüler zumindest tageweise in die Klassenräume zurück. Den Anfang hatten jüngere Schüler und Abschlussjahrgänge am 22. Februar gemacht. Ab dem 15. März sollen nun alle Schüler der weiterführenden Schulen im Wechselmodell in die Schulen zurück. Mit Hilfe strenger und erneut angepasster Vorgaben zum Hygiene- und Infektionsschutz sollen alle am Schulleben Beteiligten bestmöglich geschützt werden. Ziel ist, wieder mehr Präsenzunterricht anzubieten.

Länder melden mehr als 11.000 Neuinfektionen, R-Wert steigt weiter

20.49 Uhr: Die Bundesländer haben binnen 24 Stunden insgesamt 11.732 Corona-Neuinfektionen gemeldet, wie aus einer Auswertung von FOCUS Online hervorgeht. Das sind etwa 2000 Neuinfektionen mehr als am Samstag der Vorwoche. Besonders ungewöhnlich: Einige Bundesländer, etwa Hessen und das Saarland, meldeten für diesen Samstag sogar mehr Neuinfektionen als für den gestrigen Freitag. Aufgrund von Meldeverzögerungen waren die Zahlen am Wochenende bislang immer niedriger als während der Woche.

Zudem wurden laut der Auswertung von FOCUS Online innerhalb eines Tages 151 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Im Gegensatz zur Zahl der Neuinfektionen geht die Zahl der Todesfälle also weiter zurück: Am Samstag letzter Woche waren noch 203 Todesopfer zu verzeichnen. Insgesamt stieg die Zahl der Verstorbenen seit Beginn der Pandemie damit auf 73.345.

Der 7-Tage-R-Wert lag am Freitag laut Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) bei 1,19 und somit weiter über dem kritischen Wert von 1,0. Am gestrigen Freitag gab das RKI den 7-Tage-R-Wert noch mit 1,11 an, am Donnerstag lag er bei 1,04. Die Reproduktionszahl R bezeichnet die Anzahl der Personen, die im Durchschnitt von einem Fall angesteckt werden – derzeit steckt ein Covid-19-Infizierter im Schnitt also 1,19 Personen an.

Sie finden hier die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder.

  • Baden-Württemberg 330.229 (+1519), 8407 Todesfälle (+29)
  • Bayern 456.169 (+1869), 12.807 Todesfälle (+28)
  • Berlin 134.543 (+508), 2934 Todesfälle (+1)
  • Brandenburg 79.745 (+300), 3142 Todesfälle (+12)
  • Bremen 18.935 (+85), 378 Todesfälle (+0)
  • Hamburg 54.813 (+210), 1328 Todesfälle (+4)
  • Hessen 197.413 (+1055), 6028 Todesfälle (+17)
  • Mecklenburg-Vorpommern 26.697 (+169), 806 Todesfälle (+2)
  • Niedersachsen 175.323 (+1111), 4588 Todesfälle (+19)
  • Nordrhein-Westfalen 556.293 (+2503), 13.644 Todesfälle (+39)
  • Rheinland-Pfalz 106.345 (+190), 3212 Todesfälle (+2)
  • Saarland 30.066 (+110), 924 Todesfälle (+0)
  • Sachsen 202.700 (+709), 8112 Todesfälle (+11)
  • Sachsen-Anhalt 65.056 (+411), 2608 Todesfälle (+4)
  • Schleswig-Holstein 44.956 (+234), 1373 Todesfälle (+4)
  • Thüringen 82.203 (+664), 3044 Todesfälle (+0)

Gesamtstand (13.03.2021, 20.45 Uhr): 2.563.324 (+11.732), 73.345 Todesfälle (+151)

Vortag (12.03.2021, 20.47 Uhr): 2.551.594 (+13.204), 73.194 Todesfälle (+229)

Vortag (11.03.2021, 20.25 Uhr): 2.538.390 (+13.928), 72.965 Todesfälle (+310)

Die Zahl der Genesenen liegt laut Robert-Koch-Institut in Deutschland bei ca. 2.352.600 (+7000). Die Zahl der aktiven Fälle liegt somit bei etwa 137.379.

Aktuell vom RKI gemeldete Reproduktionszahl (7-Tage-R-Wert): 1,19 (Vortag: 1,11)

Zahl der Intensivbetten laut DIVI-Intensivregister, die von Covid-19-Patienten belegt werden: 2721 (-33)

Zahl der aktuell invasiv beatmeten Covid-19-Patienten: 1542 (-15)

In Frankreich steigen die Neuinfektionen wieder rasant

19.05 Uhr: In Frankreich steigt die Zahl der Neuinfektionen wieder rasant: 29.759 neue Fälle kamen innerhalb eines Tages hinzu. Am Tag zuvor waren es mit 25.229 neuen Fällen noch deutlich weniger. Die Zahl der Menschen, die an dem Virus starben, stieg bis Samstag um 169 auf insgesamt 64.978.

Zwei Landkreise widersetzen sich Corona-Notbremse

Samstag, 13. März, 17.43 Uhr: Zwei Landkreise in Brandenburg wollen die Corona-Regeln trotz einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 100 nicht verschärfen – das stößt auf Kritik. Die Kreise Elbe-Elster und Oberspreewald-Lausitz bleiben bei den bisherigen Vorgaben. Die rot-schwarz-grüne Landesregierung machte am Samstag auf die geltende Regelung für zusätzliche Schutzmaßnahmen ab dieser Schwelle aufmerksam. Regierungssprecher Florian Engels verwies darauf, dass die Corona-Verordnung des Landes in diesem Fall zusätzliche Schutzmaßnahmen für Kreise und kreisfreie Städte vorsieht.

"Wird die 100er-Grenze auf Ebene eines Kreises oder einer kreisfreien Stadt überschritten, sind die Kreise aufgefordert, geeignete Maßnahmen zu ergreifen", sagte Engels auf Anfrage. Dies könnten zum Beispiel verschärfte Kontrollen und die Verhängung von Bußgeldern sein. "Deshalb ist es geboten, ab einer Inzidenz von 100 zum Beispiel das Testangebot zu verstärken und auf die Einhaltung der Regeln verstärkt zu achten."

Der Landkreis Elbe-Elster hatte am Freitag selbst betont, er gehöre seit Wochen zu den Regionen mit den höchsten Infektionswerten im Land. Landrat Christian Heinrich-Jaschinski (CDU) verzichtet aber auf Änderungen. "Wenn die geltenden Regelungen beachtet werden, bedarf es keiner neuen Einschränkungen", teilte er mit. Weitergehende Einschränkungen für Geschäfte, Kitas oder Schulen hätten auf das Infektionsgeschehen vergleichsweise wenig Einfluss, wären aber mit gravierenden Nebenwirkungen verbunden. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag im Kreis am Samstag bei 156,1 – das ist der zweithöchste Wert im Land.

Bei Twitter kritisierten viele die Entscheidung. Die Linke-Landtagsabgeordnete Andrea Johlige schrieb: "Brandenburg hat Notbremse auf Inzidenz 200 gelegt. Nun nutzt der erste Landkreis diese Rechtslage."

Im Landkreis Oberspreewald-Lausitz ist der Wert noch höher – der Kreis ist mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von fast 164 der Hotspot Brandenburgs. Und auch dort gibt es keine zusätzlichen Schutzmaßnahmen. Landrat Siegurd Heinze (parteilos) hatte am Freitag erklärt: "Wir beabsichtigen nach all den Wochen des scharfen Lockdowns in OSL und nunmehr wenigen Tagen erster Lockerungen aktuell noch nicht, eine Allgemeinverfügung mit schärferen Corona-Regeln zu erlassen." Bernd Settnik/dpa-Zentralbild/dp Christian Heinrich-Jaschinski (l), Landrat des Landkreises Elbe-Elster, und Dietmar Woidke (SPD), Ministerpräsident von Brandenburg,

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